Ist Fülle reine Glückssache?

Glück ist kein Zufall: Was Glück mit Fülle zu tun hat

„Die hat einfach Glück.“

Diesen Satz kennen wir wahrscheinlich alle.

Wir sehen einen Menschen, bei dem scheinbar alles zusammenpasst: die richtige Beziehung, der richtige Job, die richtigen Menschen, die richtige Gelegenheit zur richtigen Zeit. Und schnell entsteht der Eindruck: Dieser Mensch hat einfach mehr Glück als ich.

Aber ist ein erfülltes Leben wirklich Glückssache?

Oder können wir etwas dafür tun, dass mehr Möglichkeiten in unser Leben kommen?

Und was hat das Ganze eigentlich mit Fülle und Füllebewusstsein zu tun?

Für mich liegt die Antwort irgendwo dazwischen: Manche Dinge im Leben sind tatsächlich Glück. Andere entstehen, weil wir uns bewegen, bewusst wahrnehmen und unseren eigenen Weg gehen.

Genau hier wird das Thema Glück spannend.

Was bedeutet Glück eigentlich?

Wenn wir von Glück sprechen, meinen wir oft einen glücklichen Zufall.

Etwas passiert, ohne dass wir es geplant haben.

Wir treffen genau den richtigen Menschen. Wir bekommen eine unerwartete Chance. Jemand ruft uns genau in dem Moment an, in dem wir Unterstützung brauchen. Eine Tür öffnet sich, mit der wir nicht gerechnet haben.

Wir können nicht alles kontrollieren.

Wir können nicht bestimmen, in welche Familie wir geboren werden. Wir können nicht alle Begegnungen unseres Lebens planen. Wir können nicht vorhersehen, welche Ereignisse unser Leben verändern werden.

Die vier Arten von Glück helfen uns ein tieferes Verständnis zu entwickeln und die Brücke zur Fülle zu schlagen.

Die vier Arten von Glück nach James H. Austin

Der Neurologe und Autor Dr. James H. Austin hat sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Zufall, Kreativität und Chance beschäftigt. In seinem Ansatz unterscheidet er vier Formen von Glück.

Diese Perspektive finde ich besonders spannend, weil sie zwei Dinge miteinander verbindet: Glück passiert. Und gleichzeitig: Wir können Bedingungen schaffen, unter denen uns mehr Glück begegnen kann.

1. Blindes Glück – das, was wir nicht kontrollieren können

Die erste Form ist das klassische „Zufallsglück”. Etwas geschieht einfach.

Vielleicht bist du zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Vielleicht begegnet dir ein Mensch, der später eine wichtige Rolle in deinem Leben spielt. Vielleicht bekommst du eine Chance, die du niemals hättest planen können.

Das ist Glück, auf das wir keinen direkten Einfluss haben.

Und genau deshalb finde ich es wichtig, beim Thema Abundance nicht in die Falle zu geraten, alles kontrollieren zu wollen. Das Leben ist nicht vollständig kontrollierbar. Es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können.

Fülle bedeutet nicht, dass alles so läuft, wie wir es uns wünschen. Fülle bedeutet, mit dem umgehen zu können, was tatsächlich da ist.

2. Glück durch Bewegung

Die zweite Form von Glück entsteht dadurch, dass wir in Bewegung kommen. Denn wenn wir uns bewegen, entstehen Möglichkeiten.

Wir lernen neue Menschen kennen. Wir sammeln Erfahrungen. Wir probieren Dinge aus. Wir machen Fehler. Wir entdecken Interessen. Wir öffnen Türen, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass es sie gibt.

Von außen sieht das später vielleicht wieder wie „Zufall” aus.

„Was für ein Glück, dass du genau diesen Menschen getroffen hast.“ Ja, aber vielleicht musste ich erst losgehen, damit ich ihm begegnen konnte. Vielleicht musste ich mich trauen, diesen Kurs zu besuchen. Vielleicht musste ich diese Veranstaltung besuchen, meine Idee aussprechen oder mich überhaupt erst zeigen.

Und hier kommt ein Gedanke ins Spiel, den ich für das Thema Fülle besonders schön finde:

Wir können unsere Glücksfläche vergrößern.

Je mehr wir uns bewegen und mit der Welt in Kontakt treten, desto mehr Möglichkeiten können uns begegnen.

Das bedeutet nicht, dass wir ständig produktiv sein müssen. Bewegung ist nicht dasselbe wie Hustle. Es geht nicht um „mehr leisten“, sondern um Offenheit: Eine Bewegung ist manchmal nur ein kleiner Schritt, wie ein Gespräch, eine Bewerbung, ein neues Hobby, eine Reise, ein Spaziergang auf einem anderen Weg, eine Idee, die wir endlich ausprobieren oder auch ein „Ja“, obwohl wir noch nicht wissen, wohin es führt.

3. Glück durch Bewusstsein

Manchmal ergibt sich eine Chance, aber wir erkennen sie gar nicht als solche. Zwei Menschen können dieselbe Situation erleben und etwas völlig anderes darin sehen. Der eine sieht ein Problem und die andere sieht eine Möglichkeit.

Warum? Weil wir Chancen oft erst erkennen können, wenn wir dafür bereit sind.

Erfahrung, Wissen, Selbstreflexion und Bewusstsein verändern unseren Blick auf die Welt.

Du liest einen Satz und plötzlich denkst du: „Genau das habe ich gerade gebraucht.“

Du lernst jemanden kennen und spürst sofort, dass diese Begegnung wichtig sein könnte.

Du bekommst eine Möglichkeit angeboten und weißt plötzlich: „Das ist mein Weg.“

Das Glück ist nicht plötzlich größer geworden. Deine Fähigkeit, es zu erkennen, hat sich verändert. Und genau hier begegnen sich Füllebewusstsein und Glück.

Denn Mangelbewusstsein fragt: „Was fehlt mir?“

Füllebewusstsein beginnt zu fragen: „Was ist bereits da?“

4. Glück durch Einzigartigkeit

Die vierte Form von Glück finde ich persönlich besonders schön.

Denn hier geht es darum, dass Möglichkeiten entstehen können, weil wir genau die Person sind, die wir sind. Durch unsere Erfahrungen, Talente, Interessen, durch unsere Persönlichkeit und Geschichte. Und ja, auch durch unsere vermeintlichen Macken. All das macht uns einzigartig.

Und wenn wir aufhören, das Leben anderer Menschen zu kopieren, entsteht Raum für unseren eigenen Weg. Vielleicht ist dein Glück deshalb nicht unbedingt dort zu finden, wo alle anderen ihr Glück suchen.

Wahrscheinlich bedeutet Fülle für dich etwas ganz anderes als für mich. Und genau deshalb ist Füllebewusstsein so persönlich. Es geht nicht darum, das Leben eines anderen Menschen zu bekommen. Es geht darum, immer mehr dein eigenes Leben zu leben.

Welche Entscheidung hat die größere Glücksfläche?

Eine Frage aus diesem Zusammenhang finde ich besonders kraftvoll:

Wenn du vor zwei Möglichkeiten stehst, welcher Weg hat die größere Glücksfläche?

Auf welchem Weg bin ich am ehesten ich selbst und gleichzeitig offen für das, was mir begegnen möchte?

Welcher Weg bringt mich in Bewegung?

Welcher Weg lässt mich lernen?

Welcher Weg bringt neue Menschen und Erfahrungen in mein Leben?

Welcher Weg öffnet Möglichkeiten?

Und welcher Weg fühlt sich wirklich nach mir an?

Diese Fragen können eine ganz neue Perspektive auf Entscheidungen eröffnen. Denn manchmal müssen wir nicht immer wissen, wohin ein Weg führt.

Wie groß ist deine Glücksfläche?

Vielleicht ist das die wichtigste Frage, die du aus diesem Gedanken mitnehmen kannst.

Wie groß ist deine persönliche Glücksfläche gerade?

Wo hältst du dich vielleicht noch zurück?

Wo wartest du darauf, dass etwas passiert?

Welche Möglichkeit könntest du übersehen?

Wo könntest du dich ein kleines bisschen mehr bewegen?

Und wo darfst du noch mehr du selbst sein?

Glück können wir nicht erzwingen, aber wir können Raum dafür schaffen. Wir können uns bewegen, aufmerksam sein, lernen und uns selbst kennenlernen. Wir können mutiger werden und offen bleiben für die Dinge, die wir niemals hätten planen können.

„Welche Möglichkeiten entstehen, wenn ich einfach mehr ich selbst bin?“

Glück nicht nur etwas, das uns passiert. Vielleicht ist Glück auch etwas, für das wir Raum schaffen. Und dieser Raum ist unsere persönliche Glücksfläche.

🎧 Weiterhören: Into Abundance

In der Podcastfolge „Ist Fülle reine Glückssache?“ spreche ich noch persönlicher über die Verbindung von Glück und Fülle, von nicht vorhandenen Zufällen

Into Abundance ist der Podcast für moderne Spiritualität, Füllebewusstsein und persönliche Transformation.

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Der Weg vom Mangel in die Fülle